Gesundheit
Raumluftqualität messen: Grenzwerte und Messgeräte für Büros
Welche Werte Sie im Büro messen, welche Leit- und Richtwerte es gibt und wo Sie das Messgerät aufstellen. Mit UBA, ASR A3.5 und ASR A3.6.
Wer im Büro die Raumluftqualität messen will, beginnt mit CO2, Temperatur und relativer Luftfeuchte. TVOC und Feinstaub kommen hinzu, wenn es einen Anlass gibt. Für CO2 gelten in Deutschland die Leitwerte des Umweltbundesamtes (UBA) und die Arbeitsstättenregel ASR A3.6. Bis 1.000 ppm gilt die Luft als hygienisch unbedenklich.
Welche Werte sollten Sie bei der Raumluftqualität messen?
- CO2 zeigt, wie gut ein Raum belüftet ist. Menschen atmen CO2 aus, daher steigt der Wert mit der Zahl der Personen.
- Temperatur beeinflusst Wohlbefinden und Leistung. Für Arbeitsräume gibt es Vorgaben in der ASR A3.5.
- Relative Luftfeuchte sagt, wie trocken oder feucht die Luft ist. Die ASR A3.6 nennt Höchstwerte.
- TVOC ist die Summe flüchtiger organischer Verbindungen, zum Beispiel aus Möbeln, Farben oder Reinigern.
- Feinstaub (PM2.5) sind sehr kleine Partikel, zum Beispiel aus Druckern oder von draußen.
CO2 ist der wichtigste Wert, weil er mit der Lüftung zusammenhängt. Er sagt aber nichts über Stoffe, die nicht von Menschen stammen. Dafür sind TVOC und Feinstaub da.
Welche Grenzwerte gelten für CO2 im Büro?
Streng genommen sind es Leitwerte, keine Grenzwerte. Das UBA nennt sie in den Hygienischen Leitwerten für die Innenraumluft, Stand 4. Juli 2022. Die ASR A3.6 (Ausgabe Januar 2012, zuletzt geändert 2018) nennt in Tabelle 1 dieselben Stufen.
Nach ASR A3.6 sind im Regelfall keine Messungen erforderlich. Sie sind nötig, wenn ein begründeter Verdacht auf zu hohe CO2-Werte besteht. Bewertet wird dann der Momentanwert, nachdem der Raum arbeitsüblich gelüftet wurde.
DIN EN 16798-1 (Ausgabe März 2022) arbeitet mit Kategorien. Das REHVA Journal 4/2019 nennt für Büros 550 ppm über der Außenluft in Kategorie I, 800 ppm in Kategorie II und 1.350 ppm in Kategorie III. Das sind Planungswerte für Anlagen und keine Grenzwerte für den Betrieb. Die Norm ist kostenpflichtig.
Welche Werte gelten für Temperatur und Luftfeuchte?
Die ASR A3.5 Raumtemperatur nennt für überwiegend sitzende Tätigkeit mit leichter körperlicher Belastung mindestens 20 °C. Die Lufttemperatur soll 26 °C nicht überschreiten. Darüber sollen weitere Maßnahmen folgen. Ab 30 °C sind wirksame Maßnahmen nötig. Bei mehr als 35 °C ist der Raum ohne besondere Vorkehrungen nicht als Arbeitsraum geeignet.
Eine Untergrenze für die Luftfeuchte gibt es nicht. Nach ASR A3.6 muss die Raumluft üblicherweise nicht befeuchtet werden. Fallen bei der Arbeit Feuchtelasten an, nennt Tabelle 2 Höchstwerte der relativen Luftfeuchte:
- bei 20 °C höchstens 80 Prozent,
- bei 22 °C höchstens 70 Prozent,
- bei 24 °C höchstens 62 Prozent,
- bei 26 °C höchstens 55 Prozent.
Gibt es Werte für TVOC und Feinstaub?
Für TVOC gibt es keinen Grenzwert für Büros. Laut UBA ist TVOC ein erster Hinweis auf die Belastung mit flüchtigen Stoffen. Für eine gesundheitliche Bewertung reicht er allein nicht. Als Vorsorge sollten deutlich erhöhte Werte über 950 µg/m³ vermieden werden. Das ist das 95. Perzentil der Umweltstudie GerES V (2014 bis 2017). Mehr dazu steht auf der Seite des Ausschusses für Innenraumrichtwerte, zuletzt aktualisiert am 21. Juli 2026.
Für Feinstaub empfiehlt der Ausschuss den WHO-Wert von 2021: 15 µg/m³ PM2.5 als Tagesmittel. Der Text bezieht sich auf Wohninnenräume ohne eigene Staubquellen. Für Büros nennt er keinen Wert. Nutzen Sie die Zahl dort nur zur Orientierung.
Welche Messgeräte gibt es?
Es gibt drei Gerätetypen. Einfache CO2-Ampeln zeigen den Wert nur an. Monitore messen zusätzlich Temperatur und Luftfeuchte und speichern die Daten. Fest installierte, vernetzte Sensoren senden die Werte an eine Software oder an die Gebäudeleittechnik (GLT).
Wer die Raumluftqualität messen will, sollte auf die Genauigkeit achten. Sie ist sehr unterschiedlich. Stiftung Warentest testete 26 CO2-Messgeräte und bewertete 18 als gut. Einige Geräte müssen beim ersten Einsatz kalibriert werden, andere kalibrieren sich selbst. Das Lawrence Berkeley National Laboratory prüfte 2010 in 34 Gebäuden 208 fest eingebaute CO2-Sensoren. Bei etwa 1.010 ppm lagen rund 40 Prozent um mehr als 75 ppm daneben. Prüfen Sie ein Gerät daher vor dem Einsatz, zum Beispiel gegen ein Referenzgerät.
Wo stellen Sie das Gerät auf?
Wenn Sie die Raumluftqualität messen, zählt der Standort. Die ASR A3.6 beschreibt die Messstelle für CO2 genau. Sie liegt etwa 1,50 m hoch und 1 bis 2 m von den Wänden entfernt, in der Aufenthaltszone. Der Abstand zu Personen soll groß genug sein, damit deren Atemluft das Ergebnis nicht direkt beeinflusst. Bis 50 m² Grundfläche reicht in der Regel eine Messstelle. Größere Räume brauchen mehrere.
Das UBA nennt für CO2-Ampeln in Schulen ebenfalls Atemhöhe (etwa 1,5 m bei sitzenden Personen) und die Raummitte. Fenster, Wände und Flur sind laut UBA kein sinnvoller Platz. Stiftung Warentest rät, das Gerät nicht neben ein offenes Fenster zu stellen, weil das zu niedrige Werte zeigt.
Wie lange sollten Sie messen?
Wie lange Sie die Raumluftqualität messen sollten, nennen die gelesenen Quellen nicht als feste Dauer. Die ASR A3.6 verlangt eine Messung unter üblichen Nutzungsbedingungen. Das UBA bewertet in Schulen den Mittelwert einer Unterrichtsstunde mit höchstens 1.000 ppm.
Als praktischer Vorschlag: Messen Sie mehrere volle Nutzungstage, auch mit voller Belegung und mit unterschiedlichem Wetter. So sehen Sie den Spitzenwert und wie schnell der Wert nach der Nutzung sinkt. Ein einzelner Messwert sagt wenig.
Nomestic misst CO2, Temperatur und Luftfeuchte raumweise, zum Beispiel mit dem Airsight Pro Monitor. Wie sich Messwerte in eine automatische Regelung übersetzen lassen, erklärt der Beitrag zur Lüftungssteuerung nach CO2.


